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Dr. Madeleine Marcus-Melchers

geboren 1955 in Berlin und seither Mitglied dieser Jüdischen Gemeinde, verheiratet, zwei Kinder: Jonas (12 Jahre) und Micòl (9 Jahre); Studium der Chemie, Zellbiologie, Soziologie in Deutschland, England, USA; Promotion in Biophysik zum Dr. rer. nat.; wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Humboldt Universität; Geschäftsführerin der Freunde der Hebräischen Universität Jerusalem in Berlin e.V.
· engagiert, der Beterschaft in den Synagogen mehr Einfluß gegenüber den "Funktionären" zu verschaffen
· engagiert, russische Zuwandererfamilien durch religiöse Betreuung zu integrieren (u.a. als "Tutorfamilie")
· engagiert, dem Rabbineramt die notwendige Würde zu lassen,
· engagiert, die Kinder und Jugendliche mehr in das religiöse Leben der Synagogen einzubinden
· engagiert, die Synagogen auch außerhalb der Schabat- und Feiertagsgottesdienste für jüdisches Leben zu nutzen
· engagiert, den Schülern vernünftigen Religionsunterricht zuteil werden zu lassen
· engagiert - und mutig genug, die Dinge beim Namen zu nennen!

In den 10 Jahren, die ich mit meiner Familie wieder in Berlin leben, habe ich mit angesehen, wie in dieser Gemeinde immer weniger Interesse an den Bedürfnissen der Mitglieder, und insbesondere bei der Jugendarbeit, gezeigt wurde. Mit der bloßen "Inbetriebnahme" der jüdischen Oberschule war für die Gemeinde das Thema "Jüdischkeit" abgehandelt. Einen Rahmenlehrplan "Jüdische Religion" gibt es bis heute nicht. Jüdische Pädagogen wie Carlebach, Buber u.a. spielen keine Rolle. Der pädagogische Zustand in der Kita bzw. Hort ist als "desolat" zu bezeichnen. Sie brauchen ein neues Konzept, auch müssen die Wünsche der berufstätigen Eltern verstärkt berücksichtigt werden. Aus der Mitte der Mitglieder unserer traditionellen Berliner Einheitsgemeinde heraus scheint nichts mehr erwünscht: Der Jugendrabbiner ist ein Brooklyner Chassid, der liberale Gemeinderabbiner ist eigentlich ein Orthodoxer, der amerikanische Rabbiner der Lauder-Foundation, darf den jüdischen Status der Gemeindemitglieder bewerten. Die Rabbiner der Gemeinde werden nicht mehr in den traditionellen Ausbildungsstätten ordiniert. Wir werden mit Sicherheitsmaßnahmen überzogen, und schon unsere Jüngsten hinter hohe Zäune mit deutscher Polizei davor verbannt. So wird der ganze "Minhag haMakom" zum Witz. Den Betern der Synagogen, als Gemeindemitglieder der Souverän der Gemeinde, muß das verfaßte Recht eingeräumt werden, jederzeit von ihrem Synagogenvorstand Rechenschaft zu fordern und ihnen Aufträge zu erteilen. Das schließt ein, daß die Verantwortlichkeit der Beter für ihre Synagoge gestärkt wird und die Eingriffe von Gemeindeverwaltung und -vorstand auf das notwendigste Verwal-tungshandeln reduziert werden müssen. Eine Doppelbezahlung von Vorsitzenden und Geschäftsführer erübrigt sich allein schon dadurch. So haben sich die Mitglieder der Gruppe "Jüdisches Leben" insbesondere folgende Ziele gesetzt,
- Die Synagogen in Berlin sollen gestärkt und wieder zu Zentren jüdischen Lebens werden.
- Es darf keine Bevorzugung oder Benachteiligung einer Gruppierung geben, damit Toleranz und Weltoffenheit tatsächlich umgesetzt werden können.
- Jüdisches Leben beinhaltet eine umfassende jüdische Erziehung und Aufklärung.

Wählen Sie "Jüdisches Leben"!!!